Aktionskonsens

Dieses Dokument wurde im Konsens beschlossen und gilt für alle Aktionen, die unter dem Namen und in Verbindung zu unserer Bewegung stehen. Wir bitten euch sehr, den Aktionskonsens gründlich durchzulesen und zu befolgen, denn er ist uns sehr wichtig und Grundsatz dafür, dass wir uns alle sicher in Aktion begeben können.


Ziel

Unser oberstes Ziel ist es, Freiräume zu erkämpfen.

Wir wollen auf die ungerechte Verteilung beziehungsweise das Fehlen von Frei- und Wohnräumen aufmerksam machen und in direkter Aktion nicht-kommerzielle Räume fordern, die für alle Menschen zugänglich sind.

Wir wollen dabei Kämpfe verbinden und setzen uns dafür ein, mehr geflüchtete Menschen aufzunehmen, denn: Wir haben Platz!

Wir machen auf die strukturelle Diskriminierung aufmerksam, von der (mehrfach) marginalisierte Menschen auf dem Wohnungsmarkt betroffen sind (z.B. schwarze Menschen und People of Color, queere Menschen, insbesondere Trans- und nichtbinäre Menschen, Menschen mit Behinderung, Menschen, die alternative Lebensentwürfe leben…).

Wir thematisieren die allgemeine Wohnungsnot und solidarisieren uns mit allen wohnungs- und obdachlosen Menschen.

Auch ist die Bauindustrie, insbesondere die Zementindustrie, eine große Verbraucherin globaler Ressourcen und Produzentin von CO2-Emissionen. Deshalb solidarisieren wir uns mit den Kämpfen der Klimagerechtigkeitsbewegung weltweit.


Werte

Unsere Kämpfe haben den Anspruch, antirassistisch, antisexistisch, antifaschistisch, antiableistisch, queerfeministisch, mackerfrei, gegen jeglichen Antisemitismus und Imperialismus zu sein (Ein Umgang mit solchen Diskrikimierungsformen und mögliche Konsequenzen sind im Awarenesskonzept beschrieben).

Je nach Aktion werden Entscheidungen basisdemokratisch im (Deli-)Plenum getroffen, Entscheidungsfindung im Konsens ist hierbei immer das Ziel. In Entscheidungsfindungsprozessen sollen keine bestehenden Machtstrukturen reproduziert werden. Es wird gewaltfreie und besonnene Kommunikation sowohl innerhalb der Gruppe als auch nach außen angestrebt.


Aktionsformen

Wir sind bereit, alle notwendigen Mittel zu ergreifen, um unsere Forderungen durchzusetzen. Wir nutzen dafür sowohl angemeldete Aktionen wie auch Aktionen zivilen Ungehorsams. Neben Aktionen, die Leerstand direkt nutzbar machen, wollen wir unseren Protest auch durch andere Aktionsformen in die Öffentlichkeit tragen.

Es ist nicht unser Ziel, die öffentliche Sicherheit und Individuen zu gefährden! Wir blockieren keine Rettungsfahrzeuge und richten keine Gewalt gegen Polizist*innen und Menschen. Dies geschieht aus eigener Überzeugung und mitnichten aus Respekt vor dem Staat und seinen Verordnungen.

Unsere Aktionen folgen diesem Aktionskonsens sowie unserem Awarenesskonzept, sodass wir einen möglichst sicheren Raum für alle Beteiligten ermöglichen können.

Wir freuen uns über Aktionen im Kontext des Projekts und über solidarische Aktionen aus anderen Städten und Gemeinden, die gerne auch ihre eigenen Forderungen transportieren dürfen. Wir stellen keine Ansprüche an Vernetzung in der Aktionsvorbereitung, freuen uns jedoch immer darüber.

Bei unseren Aktionen freuen wir uns über zusätzliche (auch nicht-abgesprochene) Blockaden, die das Ziel haben, Aktionen zu verlängern – Se sollen so konstruiert sein, dass keine außenstehenden Personen verletzt oder gefährdet werden.


Mittel in Aktion

Wir sind bereit, Hindernisse zu durchfließen und zu durchbrechen, von uns geht jedoch keine (vermeidbare) Eskalation aus.

Im Konsens mit allen Beteiligten könnt ihr euch einhaken.

Um unser Aktionsziel zu erreichen, wenden wir auch technische Blockaden an, wie Barrikaden, (Tripods o.ä.) und sind bereit uns anzuketten oder anzukleben, um eine Räumung zu erschweren.

Wir vermeiden Sachbeschädigung, wo sie nicht nötig ist.

Um unserem Anspruch gerecht zu werden, keine Menschen- oder Polizist*innenleben zu gefährden, verzichten wir auf jegliches Feuer und alles, was fliegt (es wird nichts gefährliches geworfen, keine Schleudern kommen zum Einsatz etc.).


Gewaltfreiheit

Wir verstehen unsere Aktionen als gewaltfrei gegenüber Menschen und Polizist*innen und wenden deshalb auch keine Gegengewalt an.

Verbale Gewalt soll nicht unser Aktionsbild dominieren. Wir appellieren daran, besonders im Umgang mit der Polizei auf ein besonnenes Verhalten zu achten, um uns und unsere Genoss*innen nicht zu gefährden.

Unsere Aktionen sollen keinen Schaden für unbeteiligte Privatpersonen entstehen lassen (Zündet keine Kleinwagen an, dankeschööön).


Umgang mit der Polizei

Abhängig von der Situation kann mit der Polizei verhandelt werden. Aus Solidarität gegenüber stärker von Repressionen betroffenen Gruppen (und weil wir die Polizei als Staatsorgan grundsätzlich ablehnen), wird der Umgang mit der Polizei auf, für die Aktion förderliche Verhandlungsgespräche beschränkt (Wir plaudern nicht mit den Cops). Sollten wir Kontakt aufnehmen, werden wir diesen Prozess und seinen Inhalt vorher reflektieren und mandatierte PolKos (Polizeikontakte) aussenden. Wir verweigern grundsätzlich jede Aussage gegenüber der Polizei! Dies dient unserem eigenen Schutz und dem unserer Genoss*innen und dem Willen, staatliche Repressionsorgane keineswegs zu unterstützen. Anna & Arthur halten‘s Maul!

Wer seine Personalien verweigern möchte, kann dies gerne tun. Wir tun unser Bestes, die benötigten Strukturen dafür bereit zu stellen und bitten alle Genoss*innen, eine informierte und wohlüberlegte Entscheidung zu treffen.


Umgang mit Repressionen

Repressionen sind politische Realität. Um langfristig als linke Bewegung aktiv zu bleiben, versuchen wir, möglichst wenig Repressionen auf uns zu ziehen und Einzelpersonen solidarisch zu unterstützen.

Solidarität ist unsere Waffe!

Wir sind uns bewusst, dass marginalisierte Gruppen von Polizeigewalt und Repressionen stärker betroffen sind. Unsere Möglichkeiten der Solidarität reichen nur bis zu einem gewissen Punkt, da das System marginalisierte Gruppen durch höhere Repressionsgefahr von der Teilhabe an Aktionen ausschließt beziehungsweise diese erschwert.

Sobald sich eine Aktion legalisiert (also das Aktionsziel erreicht ist/ keine Repressionsgefahr mehr besteht), bauen wir diese Machtstrukturen aktiv ab, um für aale eine Teilhabe am Projekt zu ermöglichen. Bis dorthin versuchen wir von Anfang an unser Möglichstes, um Menschen die Teilnahme zu ermöglichen/ zu vereinfachen.

Wir legen allen Teilnehmenden von Aktionen, insbesondere Aktionen zivilen Ungehorsams, ein Aktionstraining nahe.


Corona

Aus Solidarität mit Risikogruppen und dem Pflegepersonal ist uns ein verantwortungsvoller Umgang mit der aktuellen Pandemiesituation wichtig. Wir bitten bei allen Aktionen um ein angemessenes Hygienekonzept. Wissenschaftsleugnung und Verschwörungsideologien haben auf unseren Aktionen nichts zu suchen!


Hier findet ihr unseren Aktionskonsens zum Download: